Kunstharz-gebundene Diamantscheiben und ihre Anwendung

Bis vor einigen Jahren wurden gebundene Diamantscheiben hauptsächlich zum Schleifen und Trennen harter Werkstofe eingesetzt. Um eine Zerstörung des Diamantkorns durch Erhitzung während des Schleifvorgangs zu verhindern war es notwendig, möglichst hohe Schnittgeschwindigkeiten (bis 30m/sec) zu erreichen. Außerdem musste die Kühlfüssigkeit direkt und in größeren Mengen der Schneidezone zugeführt werden.

Aufgrund der Erfahrungen mit kunststoffgebundenen Scheiben in normalen Körnungen aus Korund und Siliciumcarbid sowie der Notwendigkeit, Verbundstofe in verschiedenen Härten optimal zu bearbeiten, wurden harzgebundene Diamantscheiben entwickelt und auf Standard-Läppmaschinen eingesetzt. Die Bearbeitungsversuche haben gezeigt, daß selbst bei Schnittgeschwindigkeiten von 1m/sec noch sehr gute Schneidleistungen erzielt werden können.

Da während dem Schneidvorgang keine Erhitzung auftritt, kann auf die Zufuhr großer Mengen Kühlfüssigkeit verzichtet werden. Es muß lediglich gewährleistet sein, daß der anfallende Materialabrieb von der Scheibenoberfäche abgeführt wird. Dies geschieht durch einfache Zuführung von Spülfüssigkeit. Dabei handelt es sich im Normalfall um Wasser mit Rostschutzzusätzen. Bei der Bearbeitung von Keramik, Kohle oder Kunststoffmaterialien kann reines Wasser eingesetzt werden. Die einfache Reinigungsmöglichkeit der so bearbeiteten Werkstücke ist ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens.

Mit Diamantscheibe bearbeitete Musterteile


Zur Regeneration oder Korrektur der Diamantscheibe werden spezielle Abrichtringe verwendet.
Diese Ringe werden in gewissen Zeitabständen oder während des gesamten Läppvorgangs aufgelegt.

Eine Korrektur mittels losem Korn ist nicht zu empfehlen, da durch ungleichmäßige Korn-Konzentrationen eine exakte Oberfächenkorrektur nicht mehr gewährleistet werden kann.

Die Werkstückaufnahmen oder Aufnahmeringe sollten die Diamantscheibe nach Möglichkeit nicht zusätzlich beanspruchen. Aus diesem Grund sind diese mit speziellen, dem Scheibenmaterial angepassten Auflagen, versehen. Dadurch wird außerdem das “Verschleppen” von Scheiben- oder Abrichtringmaterial in die zu bearbeitende Fläche verhindert.

Dem Einsatz von Scheiben dieser Art wird aufgrund der angeführten Vorteile, in Zukunft immer größere Bedeutung zukommen. Die vergleichsweise hohen Beschaffungskosten gegenüber normalen Läppscheiben werden durch die vielseitigen Anwendungsmöglich-
keiten, ohne zusäzliche Betriebsmittel und aufwendige Reinigungsvorgänge, weitgehend ausgeglichen.